@ neu im Team für Qi Gong

Das Weiterbildungsteam wächst und ich freue mich sehr, dass Madeleine Mosimann ihr Fachwissen, ihre Praxiserfahrung und ihren Humor das Waldbaden Institut ergänzt. Sie wird in der Ausbildung sowie in Weiterbildungskursen Qi Gong im Wald unterrichten. Herzlich Willkommen!

In der Wildnis des Waldes

Das Fell meines Katers zeigt nach seinen ausgiebigen Spaziergängen eindeutige Spuren seines Ausflugs. Er ist jeweils voller Samen, Spinnweben und manchmal sogar Schnecken. An seinen Natur-Visitenkarten erkenne ich jeweils, wo er sich herumtrieb.

Heute machte ich meinem Kater während meines Rekognoszierens grosse Konkurrenz im Einsammeln von Grünzeug. Während ich von Bromberranken, hohem Farn und Ästen zurückgehalten wurde, kamen mir die Teufelsschlingen aus Harry Potter in den Sinn. Ja, ich konnte mir plötzlich sehr gut vorstellen, dass diese Ranken mich festhalten und ich nie mehr den Weg aus dem wundersamen Dickicht herausfinden würde. Es erinnerte mich auch an den Urwald in Westafrika, welcher für uns Toubab noch mysteriöser erscheint und das Betreten ohne Guide ist dort keine gute Idee. Dass es Menschen gibt, die Angst vor dem Wald haben, kann ich ebenfalls gut verstehen. In vielen Mythen, Märchen und Geschichten ist der Wald ein Ort der Dunkelheit. So ein bisschen Schauer durfte ich heute mal erfahren. Als Naturliebhaberin bin ich voller Respekt für die Natur. Die Freude über die Phänomene und das Zusammenspiel von Tier und Pflanze überwiegt.

So stapfte ich also heute über die Brombeeren, welche sich wuchernd über den wenig begangenen Weg legten und ich nahm mir vor, nächstes Mal bessere Kleidung anzuziehen. Obwohl ich schon ziemlich gut in meiner Auswahl der Kleider für das Waldbaden bin, passiert es mir vor allem beim Rekognoszieren, dass ich das Falsche dabei habe. So werde ich nie mehr ohne Wasser, geladenem Handy (der Akku ist mit Google Maps schon ziemlich schnell leer, wenn er nicht vorher aufgeladen wurde!) und etwas Essbarem einen Wald rekognoszieren.

Beim Rekognoszieren von Wald hatte ich schon die wundersamsten Erlebnisse. So entdeckte ich heute einen besonders grossen bemoosten Waldboden hinter den Brombeerranken. Ich fand friedliche Lichtungen. Manchmal gibt es unerwartete Begegnungen mit Tieren, wie z.B. mit der Ringelnatter, welche gerade einen Frosch verschlang. Die Details erspare ich der/dem Leser*in. Rehe sind mir schon neugierig näher gekommen. Vögel wie z.B. die Tannenmeise liess sich im Ast über mir nieder und pfiff ihr Lied, mit ihrem Kopf zu mir wippend. Und ich vergesse nie das laute tocktocktock des Buntspechtes, der exakt über unseren Köpfen zu klopfen begann. Wir sind fast vom Baumstamm gepurzelt, so unerwartet laut kam dieser Ton. Und am letzten Waldbaden Einführungstag hüpfte ein Frosch über die Füsse einer Kursteilnehmerin.

Der Wald ist ein wunderbarer Ort für wundersame Erlebnisse, wenn man sich dafür Zeit nimmt. Und das geht beim „schnellen Rekognoszieren“ nicht. Auch diese Lektion habe ich nun verstanden.

Als ich nach meiner Rekognoszierungstour nach Hause kam, wurde ich von meinem Kater freudig begrüsst: mit einem lauten und ausgiebigen geschnurrten Miau. Und für einmal ohne Visitenkarten.

Replik zu Handen Claude Jaermann, Journalist bei SPUREN

Die neuste Ausgabe von SPUREN , dem Magazin für Spiritualität und Ökologie handelt vom Thema Wunder Welt Wald. Der Journalist Claude Jaermann hat dazu auf zwei Seiten seine Meinung geschrieben. Er schlägt vor, 2020 eine Alternative zu Waldbaden zu erfinden. Hier ist meine Replik, die ich ihm per Mail zukommen liess.
Aber Lesen Sie doch selbst im SPUREN, Ausgabe 136 Sommer 2020.

Lieber Claude

Ich habe mich über deinen Alternativvorschlag zu Waldbaden herzlichst amüsiert.
Leider muss ich dich enttäuschen: das „Waldduschen“ gibt es bereits, blöd nicht? Die Franzosen übersetzen Shinrin Yoku als Waldduschen. Auch wird beim Lesen des Textes klar, dass du aus folgenden Gründen gar keine Ahnung von Waldbaden hast;  sorry, ich muss das Wort, welches dich zum Schäumen bringt noch ein paar Mal erwähnen:
– Spazieren im Wald hat rein gar nichts mit Waldbaden zu tun. Beim Spazieren gehen ist das Tempo meist viel zu schnell im Vergleich zum Schlendern des Waldbadens.
Achtsamkeit ist das Thema und dies hat mit Verlangsamung zu tun, welche die Menschen ins Hier und Jetzt bringt. Langsamkeit ist in vielerlei Hinsicht hilfreich, auch wenn es zu Beginn schwer fällt.
– Damit sind wir beim Thema Ökologie und Gleichgewicht angelangt. Menschen, die sich schweigend, langsam und achtsam durch den Wald bewegen, schrecken Tiere kaum auf. Im Gegenteil: die Tiere sind neugierig. Ich kann kein einziges Tier nennen, das vor mir geflüchtet ist. Es waren viele, angefangen bei Hasen, Fuchs, Reh und den vielen Vögeln (Tannenmeisen, Amseln, Specht, Kleiber, Eichelhäher, usw.) die sich teilweise meiner Wenigkeit angenähert haben.
– Wenn Menschen anfangen, die Natur mit ihren Sinnen zu erleben, dann sind sie auch an Ökologie interessiert. Der Respekt und das Staunen über die Natur steigt eindeutig. Dies kann ich als Kursleiterin von Waldbad-Kursen bestätigen und dokumentieren.
– Das Problem der heutigen Menschheit ist nicht alleine der Bürostuhl, sondern die stetig zunehmende Hektik und der Lärm und weitere Stressoren. Viele der Stressoren waren schon um 1900 herum ein Problem, das belegen Aussagen z.B. von Jacque Dalcroze in seinem Buch. „Rhythmus, Musik und Erziehung“ und andere Verfechter ihrer Zeit. In den Megacities dieser Welt, insbesondere in Japan sind die Stressoren um ein vielfaches höher. Nicht umsonst kennt man in Japan den Begriff „Karoshi“ (Tod durch Überarbeitung.
– Das „Baden im Wald“ bedeutet, dass Menschen mit allen Sinnen in die Waldatmosphäre eintauchen, ihrer wahren Natur und der Verbindung zur Natur wieder nahe kommen, innere Ruhe erfahren, Respekt entwickeln, Zusammenhänge erfahren und sich dabei noch erholen. Was genau ist daran schlecht?
Und zu guter Letzt: ich lade dich gerne ein, an einem 2-Tages Workshop BASIC teilzunehmen, um den Unterschied zwischen Spazieren und Bonsais als Walddusche zweckzuentfremden versus die innere Ruhe im Wald durch Achtsamkeit und Schlendern zu erleben. Nun könnten wir noch darüber diskutieren, warum dazu ein Kurs gebucht werden sollte, da wir Naturtalente in Achtsamkeit im Wald sind? Auf diese Diskussion lasse ich mich dann gerne nach diesen 2 Tagen ein 🙂
Ach ja: der Co2 Ausstoss der menschlichen Atmung ist gerade mal ein Klacks für den Wald!
Herzlicher Waldgruss
bis bald – im Wald
Zoë

Besuchen Sie den Wald!

Sehen Sie sich das Foto an: es zeigt junge Knospen. Sie wachsen am Ende des Astes, sozusagen als Verlängerung. So geht es den Eltern auch. Ihre Sprösslinge (spannende Ausdrucksweise, finden Sie nicht?) sind Teil des familiären Systems. Michael Winterhoff, der bekannte deutsche Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeut und Autor hat darüber etwas zu sagen. Seine Bücher sind Bestseller. Der Titel des Vortrags lautet: Eltern müssen nicht perfekt sein.

Und was hat das mit Waldbaden zu tun? Wenn Sie das Video ganz ansehen, dann finden Sie es heraus. Ich verrate Ihnen aber gerne eine der Kernaussagen dieses Vortrags:

Winterhoff empfiehlt den Eltern, sich für 4 Stunden in den Wald zurückzuziehen. Sie lesen richtig: 4 Stunden, ohne Handy, schweigend, langsam gehend. Kommt Ihnen das bekannt vor? Er meint, dass nach 4 Stunden sich die Dinge im Leben relativieren, die innere Ruhe wiederhergestellt ist und die Eltern mit mehr Distanz in ihre Erziehungsrolle zurückkehren können.

Ich persönlich finde diese Aussage toll. Denn sie erinnert mich an meine Arbeit mit Kindern und  Eltern und wie wichtig es ist, dass Eltern standfest, zuverlässig, achtsam und klar sind. Die Erwachsenen sind Rollenmodelle für die nachwachsende Generation. So ist es auch bei den Pflanzen: die Alten geben den Jungen das Wissen weiter. So ist es und so sollte es sein.

Waldbaden kann Sie in die Ruhe bringen, wenn Sie sich darauf einlassen mögen.

Viel Spass beim Ansehen des Videos. Nehmen Sie sich 1 Stunde Zeit dazu!

 

 

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